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Sucht – wenn wir im Aussen suchen, was uns im Inneren fehlt

Autorenbild: Claudia Minneci
Claudia Minneci
23. Aug.
2 Min. Lesezeit

Sucht und Suche. Zwei Wörter, die sich nicht nur sprachlich erstaunlich nahe sind.


Aus der Reihe: Zurück zu I am


Fast 40 Jahre lang war ich süchtig nach einem Verhalten, das kaum jemand kannte. Ich kaute Essen und spuckte es wieder aus. Heimlich, kontrolliert und gefangen in einem Ritual, von dem ich lange glaubte, ich müsste es einfach nur schaffen, loszukommen.

Heute sehe ich diese Jahre anders.


Ich war nicht nur süchtig.

Ich war auf der Suche.



Nach Kontrolle, wenn ich mich innerlich unsicher fühlte. Nach Ruhe, wenn meine Gedanken zu laut wurden. Nach einem kurzen Moment, in dem etwas in mir still wurde. Das Kauen und Spucken gab mir etwas, das ich mir damals anders nicht geben konnte. Es regulierte Gefühle, lange bevor ich überhaupt verstand, was in mir geschah.


Irgendwann wurde deshalb eine andere Frage wichtiger. Nicht mehr nur: Wie kann ich damit aufhören? Sondern: Wonach habe ich all die Jahre eigentlich gesucht?


Diese Frage geht für mich weit über Essstörungen hinaus. Wir Menschen suchen nach Sicherheit, Anerkennung, Nähe, Ruhe, Zugehörigkeit oder Kontrolle. Natürlich ist nicht jede Suche eine Sucht. Aber viele von uns kennen dieses Greifen nach etwas im Aussen, weil wir hoffen, damit etwas in unserem Inneren zu beruhigen.


Entscheidend ist deshalb nicht nur, was wir tun, sondern auch, was wir uns davon erhoffen. Was fehlt mir? Was versuche ich nicht zu fühlen? Wonach sehne ich mich wirklich?

Und wonach suchst du? Was fehlt dir wirklich?


Und wonach suchst du?


Für mich hat sich etwas verändert, als ich begann, genauer hinzusehen. Es ging nicht mehr nur darum, ein Verhalten loszuwerden. Es ging darum, mich unter all den Mustern, der Kontrolle und dem Funktionieren wiederzufinden.


Die Suche im Aussen führt uns am Ende zurück zu uns selbst.


„Die längste Suche unseres Lebens führt uns genau dorthin zurück, wo wir begonnen haben: zu uns selbst.“ - Claudia Minneci



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